Bedenkliches am Markt für Bio-Lebensmittel

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hat am 9. 2. 2015 eine bedenkliche Entwicklung auf dem Markt für Bio-Lebensmittel ausgemacht:

"Weil die Nachfrage stärker stieg als das Angebot, wird mittlerweile ein großer Teil der Biowaren importiert. Aus aller Welt finden Biotomaten, Biozitronen und Biobananen ihren Weg in deutsche Supermärkte. Die weiten Transportwege machen alles Positive zunichte, das mit dem Ökolandbau verbunden ist. Zugleich entstehen riesige Biofarmen, die stark an solche Agrarfabriken erinnern, wie sie die Ökoanhänger verabscheuen. Wenn das Biosiegel allein aber kein Garant mehr für eine bessere Produktion ist, ist es nur logisch, dass Verbraucher zunehmend zögern, dafür mehr Geld auszugeben. Deutschlands Biobauern müssen sich daher anstrengen, wenn sie wollen, dass die Kunden den Mehrwert ihrer Produkte wieder erkennen."

Quelle: Deutschlandfunk Radio, 9. 2. 2015, Wirtschaftspresseschau

Dass sich Bio-Bauern nicht erst seit gestern mit der Frage des Weiterführens oder Einstellens ihrer bisherigen Anbauweise auseinander setzen müssen, zeigten bereits ältere Nachrichten, so 2013 eine Meldung des Umweltbundesamtes:

"24.09.2013 - Jährlich geben (seit dem Jahr 2003) etwa 600 Bio-Bauern ihre Höfe auf oder kehren zur konventionellen Landwirtschaft zurück. Im Gegenzug steigt der Bedarf an Bio-Produkten stetig. Eigentlich sollen zukünftig 20 Prozent aller Äcker in Deutschland ökologisch bewirtschaftet werden. Wie realistisch ist das noch? Green Radio fragte Jürgen Sanders nach einer Einschätzung der Situation. Er untersucht am Thünen-Institut für Betriebswirtschaft in Braunschweig die wirtschaftliche Situation des Öko-Landbaus."

Auch wenn das Interview nicht abschließende Klarheit über die entscheidende Gründe bei den Hofaufgaben liefert, weist es doch darauf hin, wie politische Rahmenbedingungen und der Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels neben den jeden Hof kennzeichnenden Individualfaktoren die Entscheidung zum Aufgeben oder Weiterführen des Betriebes beeinflussen.

Wie wollen wir, dass in Niedersachsen Nahrung erzeugt wird? … und wie kommen wir dorthin?

Diese Fragen stehen auch im Agrarbündnis im Raum, grundsätzlich und alltäglich.

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