Globale Verantwortung

Weltweit produziert die Landwirtschaft mehr Lebensmittel, als für die Ernährung der Menschheit notwendig ist und trotzdem hungern heute eine Milliarde Menschen. Oberstes Prinzip der Agrarpolitik muss sein, das Menschenrecht auf gesunde Ernährung weltweit umzusetzen. Mit der Ratifizierung der UN Menschenrechte steht die Bundesregierung in der Pflicht dieses Recht umzusetzen.

Die derzeitige EU Agrarpolitik steht in enormer Abhängigkeit zu Agrar-Rohstoffimporten, gleichzeitig werden in der EU Überschüsse produziert, deren Export dann mit direkt oder indirekt subventionierten Preisen erhebliche Schäden auf lokalen Märkten der sogenannten Entwicklungsländer anrichten.

Futtermittelimporte

Die EU beansprucht mit seinen Futtermittelimporten derzeit 35 Millionen Hektar Ackerland in Lateinamerika. Dort gefährdet die Ausweitung von riesigen Soja-Monokulturen das Menschenrecht auf Ernährung und hat verheerende Folgen für die Umwelt.

30% der Sojafelder Brasiliens, Argentiniens und Paraguays sind für EU Exporte bestimmt. Auf 44% der brasilianischen Anbaufläche wird in Monokultur Soja angebaut.

In den Expansionsgebieten des Sojaanbaus werden die Kleinbauern von ihren Ländereien vertrieben, verlieren ihre Existenzgrundlage und wandern in die Elendsviertel der großen Städte. Es entstehen kaum neue Arbeitsplätze.

Der Anbau von Bohnen, Mais und Apfelsinen ist stark zurückgegangen. Kleinbäuerliche Strukturen werden zerstört, damit einhergehend auch die Ernährungsgrundlage für diese Menschen.

Die Ausweitung der Sojaplantagen zerstören Regenwälder. Die Rindviehhalter weichen dem Sojaanbau aus indem in anderen Regionen Wälder und Savannen gerodet werden. Der Treibhauseffekt wird durch die Entwaldung verstärkt.

Und 96,5% des angebauten Sojas in Brasilien ist gentechnisch verändert, in Argentinien beträgt der GVO-Anteil 100%, wenige multinationale Saatgutfirmen liefern die transgenen Sojasaaten und liefert dazu noch die entsprechenden Unkrautvernichtungsmittel, gegen die aber „Super Unkräuter“ resistent sind. Die Folge immer mehr Giftcocktails landen auf dem Acker und vergiften, Böden, Grundwasser und Flüsse, die Bevölkerung leidet an gesundheitlichen Folgen wie Atemnot, Hausausschlägen Schwindel u.a.

Deutschland importiert fast 100 Prozent seines Sojabedarfes knapp 30 Prozent des Futterweizens, 23 Prozent des Rapses und 17 Prozent des Futtermaises. In Niedersachsen ist durch die intensive Massentierhaltung der Bedarf an Futtermitteln hoch. Die derzeitige Fleischproduktion könnte mit heimischen Futtermitteln nicht umgesetzt werden, da unsere Flächen dafür gar nicht ausreichen würden.

Exportauswirkungen

Mithilfe der Futtermittelimporte produziert die EU Überschüsse bei Schweine- und Geflügelfleisch sowie bei Käse und Milch. Diese Überschüsse werden auf den Weltmarkt exportiert und richten in vielen Entwicklungsländern Schaden an. Die mit direkten oder indirekten Subventionen verbilligte Waren führen zum Zusammenbruch lokaler Märkte und ganzer Wertschöpfungsketten in den sogenannten Entwicklungsländern.

In westafrikanischen Ländern haben tausende kleine Milchviehbetriebe keine Chance mehr, ihre Rohmilch an Molkereien zu verkaufen, da das EU Milchpulver billiger ist.

Mit dem Export von Geflügelkleinteilen zu Dumpingpreisen aus der EU, die auf unseren Märkten schlecht absetzbar sind, wurden in vielen Ländern Westafrikas ganze Wertschöpfungsketten in der Geflügelproduktion zerstört und damit auch die für Entwicklungsländer wichtige eigene Eiweißproduktion zur Ernährungssicherung.

Termine

22.10.2019 18:15 - 04.02.2020 18:15

Ringvorlesung der Uni Göttingen: Tier oder Tofu?

Aktuelles

Landwirt*innen und Verbraucher*innen zeigen gemeinsam klare Kante für eine bäuerliche Landwirtschaft

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Am Samstag sind rund 1000 Landwirt*innen, Natur-, Tier- und Klimaschützer*innen, Arbeitsrechtler*innen, entwicklungspolitisch Engagierten und interessierten Verbraucher*innen dem Aufruf ihren Protest in Oldenburg auf die Straße zu tragen gefolgt und forderten gemeinsam zu Fuß, mit Fahrrädern und mit Treckern die Agrarwende.

Die Trecker und Menschen zogen begleitet von zwei Trommelgruppen vom Bahnhofsvorplatz am Julius-Mosen-Platz und Staatstheater vorbei auf den Schlossplatz. Hier hatten verschiedene Bündnispartner Infostände aufgebaut. Dazu es gab Wurst und Hotdog aus regionaler Erzeugung zur Stärkung.

In den Redebeiträgen der Vertreter*innen der Initiativen, eingeleitet und moderiert von Canan Barski vom Ökumenischen Zentrum Oldenburg und Ottmar Ilchmann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL), spiegelten sich die vielfältigen Anliegen der Demo wider, deren zentrale Botschaft aber doch war: Nur im Schulterschluss können wir eine umweltverträgliche, zukunftsfähige, global gerechte, klimaschonende und existenzsichernde Landwirtschaft erreichen [...]

 

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Demonstration am 23. März in Oldenburg

Das Agrarbündnis Niedersachsen und Weitere rufen zur Demo auf und werben hiermit um Eure Teilnahme und Unterstützung!

 

Demo zu Fuß und mit Treckern
23. März 2019 | 11 Uhr | Auftakt Bahnhofsvorplatz | Oldenburg
Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz; mit Ständen der Bündnispartner

 

Für Wertschätzung von Mensch, Tier und Umwelt! Stadt und Land Hand in Hand

Wir wollen auf die Straße gehen und als Bäuerinnen und Bauern, von konventionell bis bio, von Tierhaltung bis Ackerbau, als Verbraucher*innen, Imker*innen, Natur- und Tierschützer*innen, als Umweltaktivist*innen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche, Kämpfer für Arbeitnehmerrechte und als Menschen aus Stadt und Land klare Kante für zukunftsgerechte, nachhaltige Landwirtschaft und gesundes Essen zeigen.....

Demo am 23. März 2019 | 11 Uhr | Auftakt Bahnhofsvorplatz | Oldenburg

 

Kontakt für Treckerfahrer*innen:
Ihr erhaltet Informationen und könnt Euch anmelden unter:

0176 301 566 36 (Johannes)

 

Die Möglichkeit zum Pressegespräch besteht vor den Redebeiträgen ab 10:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Melden Sie sich hierfür bitte bei Canan Barski an unter Tel. (01590) 148 76 24 oder barski@oezo.de.

 

Pressekontakt bei inhaltlichen Fragen:

Ottmar Ilchmann, Tel. (0176) 4500 0760 und o.ilchmann@yahoo.de.

Pressemitteilung vom 13.03.2019 zum Download

 

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