AbL verurteilt „Discounter-Dumping-Schläge“ gegen Lebensmittel-Qualität aus artgerechter Tierhaltung in bäuerlichen Strukturen

Als erneuten „Dumping-Schlag von ALDI und anderen Discountern gegen Qualität aus artgerechter Tierhaltung in bäuerlichen Strukturen“ verurteilt der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die jüngsten Preissenkungen für Eier, Butter, Schinken, Wurst sowie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch durch ALDI und danach auch durch andere Handelsketten. Schon die vorherigen Preise seien für die allermeisten Landwirte nicht kostendeckend gewesen – insofern mache das Verhalten des Lebensmittelhandels dessen laut angekündigte Bereitschaft zur Zahlung höherer „Tierwohl“-Preise für artgerechtere Haltungsbedingungen unglaubwürdig.

Der AbL-Landesvorsitzende Ottmar Ilchmann leitete daraus folgende Schlussfolgerungen ab:   Die Handelsketten nutzten mit diesen Preissenkungen vor allem die Überschuss-Situation auf den Märkten aus, die von Molkerei-, Geflügel- und Schlachtkonzernen und Agrarindustriellen unverändert angeheizt werde – Stockungen beim unsicheren Weltmarkt-Absatz führten dann rasch zu verheerenden Angebots-Überschüssen im Inland. Label sowie „Branchenlösungen“ von Bauernverband, Ernährungsindustrie und Handel seien außerstande, eine EU-weit flächendeckende Lösung zugunsten fairer Erzeugerpreise zu bewirken. Dies sei nur möglich durch eine nachhaltige Reduzierung der Angebotsüberschüsse, indem bereits EU-weit bestehenden Politik-Vorgaben für Tier- und Umweltschutz und bäuerliche Strukturen rasch national umgesetzt würden. Dies sei eine Lösung mit gesellschaftlicher Akzeptanz für „Klasse statt Masse“ und mit einem politisch gesetzten Ende für Dumping-Produkte. Die Große Koalition müsse deshalb das baugesetzliche Verbot weiterer gewerblicher Megaställe nunmehr rasch auf sämtliche neuen Megaställe ausweiten und die Vorgaben des niedersächsischen Tierschutzplans auch bundesweit umsetzen.   

Die AbL setze sich mit vielen Verbänden und Bürgerinitiativen im bundesweiten Netzwerk Bauernhöfe statt  Agrarfabriken“ und auch mit Gewerkschaften und Arbeitslosen-Initiativen erfolgreich für eine solche Lösung ein – analog zu den fairen Erzeugerpreisen der Landwirte müssten ausreichende Mindestlöhne und Hartz-4-Sätze gewährleisten, dass alle Menschen diese Qualität aus artgerechter Tierhaltung bezahlen könnten. Die Dumping-Angebote in den Handelsregalen seien ja nur scheinbar billig, weil die Kosten der agrarindustriellen Überproduktion für Gesundheit, Tierwohl, Umwelt und ganze Regionen nicht eingepreist seien, sondern bislang noch aus Steuergeldern bezahlt werden müssten.

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Aktuelles

Landwirt*innen und Verbraucher*innen zeigen gemeinsam klare Kante für eine bäuerliche Landwirtschaft

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Am Samstag sind rund 1000 Landwirt*innen, Natur-, Tier- und Klimaschützer*innen, Arbeitsrechtler*innen, entwicklungspolitisch Engagierten und interessierten Verbraucher*innen dem Aufruf ihren Protest in Oldenburg auf die Straße zu tragen gefolgt und forderten gemeinsam zu Fuß, mit Fahrrädern und mit Treckern die Agrarwende.

Die Trecker und Menschen zogen begleitet von zwei Trommelgruppen vom Bahnhofsvorplatz am Julius-Mosen-Platz und Staatstheater vorbei auf den Schlossplatz. Hier hatten verschiedene Bündnispartner Infostände aufgebaut. Dazu es gab Wurst und Hotdog aus regionaler Erzeugung zur Stärkung.

In den Redebeiträgen der Vertreter*innen der Initiativen, eingeleitet und moderiert von Canan Barski vom Ökumenischen Zentrum Oldenburg und Ottmar Ilchmann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e. V. (AbL), spiegelten sich die vielfältigen Anliegen der Demo wider, deren zentrale Botschaft aber doch war: Nur im Schulterschluss können wir eine umweltverträgliche, zukunftsfähige, global gerechte, klimaschonende und existenzsichernde Landwirtschaft erreichen [...]

 

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Demonstration am 23. März in Oldenburg

Das Agrarbündnis Niedersachsen und Weitere rufen zur Demo auf und werben hiermit um Eure Teilnahme und Unterstützung!

 

Demo zu Fuß und mit Treckern
23. März 2019 | 11 Uhr | Auftakt Bahnhofsvorplatz | Oldenburg
Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz; mit Ständen der Bündnispartner

 

Für Wertschätzung von Mensch, Tier und Umwelt! Stadt und Land Hand in Hand

Wir wollen auf die Straße gehen und als Bäuerinnen und Bauern, von konventionell bis bio, von Tierhaltung bis Ackerbau, als Verbraucher*innen, Imker*innen, Natur- und Tierschützer*innen, als Umweltaktivist*innen, Aktive der Entwicklungszusammenarbeit, engagierte Jugendliche, Kämpfer für Arbeitnehmerrechte und als Menschen aus Stadt und Land klare Kante für zukunftsgerechte, nachhaltige Landwirtschaft und gesundes Essen zeigen.....

Demo am 23. März 2019 | 11 Uhr | Auftakt Bahnhofsvorplatz | Oldenburg

 

Kontakt für Treckerfahrer*innen:
Ihr erhaltet Informationen und könnt Euch anmelden unter:

0176 301 566 36 (Johannes)

 

Die Möglichkeit zum Pressegespräch besteht vor den Redebeiträgen ab 10:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Melden Sie sich hierfür bitte bei Canan Barski an unter Tel. (01590) 148 76 24 oder barski@oezo.de.

 

Pressekontakt bei inhaltlichen Fragen:

Ottmar Ilchmann, Tel. (0176) 4500 0760 und o.ilchmann@yahoo.de.

Pressemitteilung vom 13.03.2019 zum Download

 

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